BEITRAGSARCHIV 2022

  • Lokruf nach Deutschland   Willkommen in Deutschland. Wir wollen ein Einwanderungsland werden, zumindest für Arbeitskräfte, so stellt es sich die deutsche Politik vor. Nach jahrelangen Versuchen im Klein-Klein des bürografischen Dschungels und des politischen Hick-Hacks, ob wir nun ein Einwanderungsland sind oder nicht, soll nächste Woche der große Wurf gelingen. Die Ampelregierung stellt die Eckpunkte zur Fachkräfteeinwanderung vor. Nicht nur die Wirtschaft, alle Arbeitgeber warten seit Jahren auf freizügigere und unkomplizierte Regelungen für die Gewinnung von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern. Jetzt ist die Not größer denn je angesichts Millionen offener Stellen. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im dritten Quartal 1.8 Millionen offene Stellen in Deutschland gezählt mit den Schwerpunkten in der Suche nach IT-Spezialisten, Pflegekräften, in der Sozialarbeit, Pädagogik und im Handwerk. Die Lage verschärft sich durch den unaufhaltsamen demographischen Wandel: bis 2035 werden ca. 7 Millionen Beschäftigte, die sogenannten Baby-Boomer den Arbeitsmarkt verlassen und in die Rente gehen. Es ist also schon längst fünf nach zwölf und die Politik will nun handeln – endlich. Neu wird sein: formelle Abschlüsse und Vorabzusagen von Arbeitgebern sollen nicht mehr entscheidend sein. Das ist überfällig. Nur die deutsche Bürokratie hat sich bisher die Hybris angemaßt, ausländische Bildungsabschlüsse und Qualifikationen nicht anzuerkennen und qualifizierte Arbeitskräfte damit vom Arbeitsmarkt hier fernzuhalten. Jetzt will die Regierung unter anderem eine Chancenkarte einführen. Zuwanderer, die noch keinen Arbeitsvertrag haben, sollen nach Deutschland kommen können bei Erfüllung bestimmter Kriterien wie zum Beispiel Deutschkenntnisse oder wenn sie einen Bezug zum Land haben. Wer als zugewanderte Person einmal eine qualifizierte Beschäftigung nachweist, soll außerdem künftig jede qualifizierte Beschäftigung ausüben können, die nicht reglementiert ist. Auch die hohen Mindestgehälter, die für ausländische Fachkräfte gelten, um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, werden abgesenkt. Alle künftigen Regelungen wie auch das Ziel der Vermeidung von missbräuchlicher Einwanderung sind wichtig und müssen schnellstens umgesetzt werden. Leider besteht die Gefahr, dass eine schwerfällige und papierlastig-arbeitende Verwaltung nicht das Tempo fährt, was wir benötigen. Und noch etwas ist wichtig: wir brauchen nicht nur Zuwanderung, sondern auch gesellschaftliche Akzeptanz hin zu längerer Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen und entsprechenden finanziellen Anreiz.   Rudolf Kast, 15.12.2022

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  •   Deskless Worker – und, schon mal gehört? 80 Prozent der Beschäftigten weltweit sitzen nicht am Schreibtisch. Für sie gibt es kein Homeoffice und nur selten flexible Arbeitszeiten. Sie stehen oft im direktem Kundenkontakt, vertreten ihre Arbeitgeber nach außen und sind von den firmeninternen Kommunikationskanälen oft abgehängt. Nur unregelmäßig haben sie Zugriff auf das Intranet oder können sich über Co-Working -Tools mit ihren Kolleginnen und Kollegen austauschen. Diese zwei Welten der Mitarbeitenden mit und ohne Schreibtischjob haben sich während der Corona-Pandemie noch verstärkt. Während die Beschäftigten mit Schreibtischjobs schnell mit Laptops, Headsets und allem, was nötig war, um im Homeoffice zu arbeiten, versorgt wurden, erhielten 65 Prozent der Deskless Workforce keine zusätzliche Technikausstattung, um in der Pandemie ihre Jobs ausüben zu können Die aktuelle Studie des US-Unternehmens Emergence zeigt auch, dass die moderne Hardware-und Software-Ausstattung ein starkes Argument in der Rekrutierung und in der Mitarbeiterbindung des gesuchten Deskless Worker ist. Schon heute führen Jobs ohne Schreibtisch die Listen der besonders knappen Berufe an, denken wir nur an Berufskraftfahrer, Pflegekräfte, Einzelhandel, Logistikberufe, Hotellerie und Gastronomie. Das Suchen und Finden dieser Berufsgruppen wird in den nächsten Jahren noch schwieriger. Arbeitgeber mit einem hohen Anteil an Deskless Worker ist daher zu empfehlen, an Stellschrauben der Mitarbeiterbindung zu feilen. Dazu gehört die Stärkung der Autonomie, also der Erweiterung des subjektiven Handlungs-und Entscheidungsspielraums. Die Beschäftigten sollen selbst entscheiden können, wann, wo und wie gearbeitet wird. Sie wissen es meist ohnehin besser. Die örtliche und zeitliche Autonomie muss gestärkt werden. Arbeit soll nur dann abgerufen werden, wenn die Kapazitäten dies auch erfordern. Voraussetzung hierfür ist eine partizipative Unternehmenskultur, in der Mitarbeitende gelernt haben, ihre Spielräume verantwortungsvoll zu nutzen. Mit Hilfe von mobilen einfachen Anwendungen können Deskless Worker benutzerfreundlich die Firmensysteme zur internen Kommunikation und Absprachen benutzen und die Self Service Angebote der Personalabteilung nutzen. Flexible Schichtmodelle, spezifische Maßnahmen für die Qualifikation dieser Mitarbeitergruppen und besondere Arbeitgeberleistungen wären geeignet, die Frontline First Kultur aufzubauen. Arbeitskräftemangel ist auch den Versäumnissen der Arbeitgeber in diesen Handlungsfeldern geschuldet. Die Beschäftigten im Arbeitnehmermarkt werden zu Fuß abstimmen, welche Firmen hier in der ersten Reihe stehen.   Rudolf Kast, 16.10.22

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  • „Spaß muss sein“ Der Freiburger Personalexperte Rudolf Kast mahnt seit Jahren vor dem, was nun eingetreten ist: einem flächendeckenden Arbeitskräftemangel. Worin er die Gründe dafür sieht und was er Unternehmen rät. Download PDF

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  • „Wir laufen Gefahr, die Basis für unser wirtschaftliches Wachstum zu verlieren“ Das Demographie Netzwerk ddn ist Initiator und Träger des Deutschen Demografie Preises. Als Impulsgeber und Netzwerk, in dem sich zahlreiche Unternehmen zu Themen des demografischen Wandels austauschen, bietet ddn die perfekte Plattform für die Verleihung des Preises und die erfolgreiche Zusammenarbeit der Initiator*innen-Gruppe, die den Preis in diesem Jahr zum dritten Mal gestaltet. Interview online lesen

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  •   Herzliche Einladung zum nächsten Termin der Online-Veranstaltungsreihe „MitBestimmt! Sozialpartnerschaft heute“ des ddn. Am 16. Februar 2022 diskutieren wir „Wie neu kann Arbeit sein? Die Gestaltung von New Work in Sozialpartnerschaft“. Wir wollen uns im Zuge des New Work Barometers 2021 mit der Umsetzung von New Work bei der Deutschen Lufthansa befassen und vergleichen. Das New Work Barometer untersucht, wie Unternehmen New Work begreifen und realisieren und welche Unterschiede es dabei zwischen Mittelstand und Großunternehmen gibt. Im Jahr 2021 wurden auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Thema New Work untersucht. Auf dem virtuellen Podium heißen wir diesmal Jan Koch von der SRH Berlin, Andreas Scholz, Betriebsrat und Referent Trainingsmethodik, Lufthansa und Bettina Reichart – HR New Work Space bei Lufthansa willkommen. Somit können wir uns auf jede Menge Knwo-How freuen! Weitere Infos zu den Expert*innen finden Sie hier. Durch einige Diskussionsrunden wir die Möglichkeit geboten, sich auf Augenhöhe mit anderen Unternehmen auszutauschen und zu vernetzen. Short Facts: 16.02.2022 – 14:00 Uhr – 15:20 Uhr Melden Sie sich noch heute kostenlos an und sichern sich einen Platz in unserer Runde! Einen Link mit den Anmeldedaten erhalten Sie einen Tag vor der Veranstaltung. Zum NAWID Projekt: NAWID greift aktuelle Herausforderungen an das betriebliche Lernen wissenschaftlich und praktisch auf. In zwei Use Cases wurde erprobt, wie künstliche Intelligenz und adaptivesE-Learning das betriebliche Lernen verbessern können und wie diese Innovationen sozialpartnerschaftlich gut begleitet werden. Das Projekt startete im November 2018. Die beiden Projekt-Use Cases endeten im Oktober 2021. Ein Transferprojekt und die Arbeit am Thema Sozialpartnerschaft enden im April 2022. NAWID ist ein INQA-Lern- und Experimentierraum. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://www.demographie-netzwerk.de/projekte/nawid/ Ich freue mich ein paar bekannte Gesichter zu sehen!  

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